Von: Martin HildebrandtVor 234 Tagen 13 Stunden 2 Minuten
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Das Rennen wird knapp. Nasser Al-Attiyah gegen Carlos Sainz. Nur wenige Minuten beträgt der Abstand. Aber egal wer die Rallye Dakar 2010 gewinnt, der eigentliche Sieger steht jetzt schon fest: Volkswagen.
Dabei hatten die Wolfsburger bis zuletzt ihre Teilnahme offen gelassen, nachdem Hauptkonkurrent Mitsubishi verkündet hatte, sich aus finanziellen Gründen zurückzuziehen. Erst im März 2009 entschied VW, sein Engagement im Marathon-Ralleysport fortzusetzen. Und nun können die Autobauer bald den Doppelsieg der beiden Fahrer Sainz aus Spanien und Al-Attiyah aus Katar verkünden (Vorsicht: Katar + Dakar = Zungenbrecher). BMW mit seinem Teamchef Sven Quandt geht wieder ein Mal leer aus. Dennoch zeigt sich deutlich, wer das „härteste Autorennen der Welt“ dominiert: deutsche Autobauer und der österreichische Getränkehersteller Red Bull.
Die erste Rallye Dakar 1978 von Paris nach Dakar war noch fest in französischer Hand. Heute wird sie zwar noch von der französischen Firma Amaury Sport Organisation veranstaltet, die auch die Tour de France organisiert, doch über die Zukunft entscheiden die deutschen Autohersteller. Und die ist ziemlich ungewiss.
2008 musste das Rennen erstmals in der Geschichte aufgrund von Terrordrohungen abgesagt werden. Daraufhin verlagerten die Veranstalter die Rallye Dakar nach Südamerika, was, geht man vom Namen aus, so absurd ist, wie die Tour de France in Australien abzuhalten. Aber für die südamerikanischen Länder Argentinien und Chile ist die Rallye nicht nur finanziell ein wichtiges Sportereignis. Trotz eines erneuten Todesfalls - der deutsche Fahrer Mirco Schultis raste in eine Zuschauergruppe, bei der eine 28-jährige Frau starb - wünschen sich die beiden Länder, dass das Rennen weiterhin in Südamerika stattfindet. Die Veranstalter dagegen hoffen auf eine baldige Rückkehr nach Afrika. Die Entscheidung darüber könnte in Deutschland fallen.
Für Volkswagen ist Südamerika ein wichtiger Absatzmarkt. Die ursprüngliche Route ist dagegen politisch weiterhin umstritten. So stecken die Veranstalter in einem Dilemma. Bleiben sie bis auf weiteres in Südamerika, verliert die Rallye immer mehr ihren ursprünglichen Charakter, geht sie zurück nach Afrika, könnte ein weiterer Autohersteller abspringen.