Gas geben mit Strom: Rennwagen der Zukunft
Von:
Martin Hildebrandt
Vor 220 Tagen 18 Stunden 42 Minuten

Es ist ein ehrgeiziges Projekt. Studenten der Dualen Hochschule Mosbach bauen einen Rennwagen, der bei Wettkämpfen siegen soll. Der Clou: Er wird mit Strom angetrieben, nicht mit Benzin.
Die Vorstellung, dass Michael Schumacher in ein Elektroauto steigt und mit surrendem Geräusch umherkurvt, kommt einem absurd vor. Rennsport ist Kraftsport. Der Geruch nach Öl und Benzin gehört ebenso dazu, wie das Aufheulen des Motors beim Start. All das wäre bei einem batteriebetriebenen Motorsport vorbei. Nur der Reifenwechsel bliebe. Motorsport, wie wir ihn kennen, wäre Geschichte.
Und dennoch ergibt die Forschung an Elektrorennwagen Sinn. Sie zeigt, was möglich ist. Im Motorsport gehen Fahrer und Fahrzeuge an physische Grenzen. Die Technik muss ständig verbessert werden, durch die Dauerbelastung werden Probleme offensichtlich, die im normalen Straßenverkehr nicht oder erst sehr spät auftreten würden. Sprich: Was für den Motosport gut ist, kann auch für den Alltag gut sein. Beispiel: die Batterie.
Konventionelle Blei-Akkus sind viel zu schwer für einen Rennwagen. Es werden Akkumulatoren mit besonders hoher Energiedichte benötigt. Die Studenten müssen einen Kompromiss finden, denn das Budget bleibt begrenzt. Und die Zeit drängt. Denn nicht nur in Mosbach forscht man an Elektrorennwagen.
Die 30 Studenten in Mosbach müssen sich in dem internationalen Wettbewerb "Formula Student Electric" gegen 25 andere Forschungsgruppen durchsetzen. Zwölf Boliden gehen dann im August 2010 am Hockenheimring an den Start. Und die Mosbacher sind guter Dinge dabei zu sein. Schließlich liegt Mosbach in Baden-Württemberg. Und die Dortigen können bekanntlich alles, außer Hochdeutsch.
www.dhbw-mosbach.de