Der Melkus RS 2000: Das Comeback des DDR-Rennwagens
Von:
Martin Hildebrandt
Vor 296 Tagen 9 Stunden 20 Minuten

Allein die Tatsache, dass es in der DDR einen Rennwagen gab, überrascht. Noch unglaublicher klingt, dass dieser aus Wartburg- und Trabantteilen zusammengebaut wurde. Nur 101 Exemplare stellte der Rennfahrer Heinz Melkus zwischen 1969 und 1980 her. Per Hand und rein privat. Damit gehört der Melkus RS 1000 zu den seltensten Autos der Welt.
Die Firma
Melkus existiert bis heute, 2006 erfolgreich übernommen von dem Sohn Peter Melkus und Enkel Sepp Melkus, nachdem der legendäre Gründer Heinz Melkus verstarb. Dieser hatte noch nach der Wende für BMW einen Händlervertrieb in Ostdeutschland aufgebaut. Zu Ehren des Verstorbenen und aufgrund der starken Nachfrage wurden 2006 und 2007 15 Melkus RS 1000 nachgebaut. Die Übergabe des ersten neuen „alten“ fand im Dresdener Technikmuseum statt. Gleichzeitig entwickelten die Junior-Chefs einen Nachfolger, den Melkus RS 2000. Er sollte sich optisch am Vorgänger orientieren, technisch aber heutigen Ansprüchen gerecht werden. Im September dieses Jahres wurde er auf der IAA in Frankfurt am Main vorgestellt. Ein neonoranger Exot mit eigenwilligem Charakter. Wohltuend hebt er sich von den mettalicgrauen 08/15 Autos ab. Das Sportcoupé mit Flügeltüren bleibt ein sympathischer Sonderling. Nur 25 Stück pro Jahr werden gebaut, 107.500 Euro zahlt man für weniger als 1000 Kilogramm Aluminium. Dafür muss der Individualist weder auf eine Klimaanlage noch auf elektrische Fensterheber und einen großen Kofferraum verzichten.
Trotz seines sportlichen Aussehens ist der Melkus RS 2000 ein komfortables Fahrzeug für Stadt und Land. Ein ostdeutsches Unikat mit Klasse - und einem Nachteil: Da per Hand gebaut, ist mit Wartezeiten zu rechnen. Diese sollen aber bei weit unter fünfzehn Jahren liegen.
www.melkus-sportwagen.de
Hier ein Fernsehbeitrag zum Melkus RS 2000:
Abbildung: MELKUS-Pressebild