Der Chrysler 300C Touring: Ein Amerikaner für Europa
Von:
Martin Hildebrandt
Vor 256 Tagen 16 Stunden 25 Minuten

Amerikanische Autos haben in Europa nicht den besten Ruf. Zu schwer, zu anfällig, zu protzig sind sie, so die landläufige Meinung. Eine Einschätzung, die auf den ersten Blick auch auf den neuen
Chrysler 300C Touring zutrifft. Doch der Hersteller sieht die Sache anders. Er preist die Karosse aus der Walter P. Chrysler Series, benannt nach dem Gründer von Chrysler, als neues Topmodell.
Große Schnauze, hell strahlende LED-Lampen und glänzende Alufelgen: Die 300C-Modelle von Chrysler, erweitert durch den Luxus-Kombi, mausern sich zu vorzeigbaren Flagschiffen - auch in Europa. Hochwertige Nappaleder-Sitzbezüge, Blackwood-Holzverblendungen, ein Lederlenkrad im SRT-Design, helle Metall-Akzente, Aluminium-Einstiegsleisten und eine Boston Acoustics 5.1 Surround Sound-Anlage, die mit sechs Lautsprechern, Subwoofer und Digital Signal Processor (DSP) akustische Größe vermittelt. Für technikbegeisterte Autofahrer bietet der neue Chrysler jeden nur erdenklichen Schnickschnack. So ist serienmäßig eine Festplatte mit 30 GB großem Speicher eingebaut. Musik, Fotos, Filme - die Multimedia-Station speichert alle nur erdenklichen Formate. Zusätzlich lässt sich ein iPod anschließen.

„Schön und gut“, werden jetzt einige sagen. „Als mobile Hi-Fi-Anlage taugt der Chrysler, aber ich kaufe ein Auto nicht wegen der Extras, sondern wegen des Motors.“ Korrekt, und genau deshalb hat Chrysler auf einen bewährten Partner gesetzt: Mercedes-Benz. Denn vom ehemaligen Chrysler-Eigentümer stammt der 218 PS starke 3,0 Liter V6-Diesel-Motor. Ein verlässlicher Antrieb, der die zwei Tonnen Eigengewicht kraftvoll in Schwung bringt. In 7,9 Sekunden ist man bei 100 Stundenkilometern, als Höchstgeschwindigkeit werden 227 km/h angegeben. Natürlich fährt es sich so nicht sparsam. In der Stadt kommt man schnell auf einen Verbrauch von rund elf Litern auf 100 Kilometern. Da ist der Chrysler dann eben doch wieder ein typischer Amerikaner.
Und auch an einem anderen Beispiel zeigt sich der Nachteil des amerikanischen Luxusschlittens: Bei der Parkplatzsuche. Mit fünf Metern Länge und fast zwei Metern Breite braucht der Chrysler-Fahrer in der Innenstadt zwei freie Stellplätze. Bei der Suche nach einer Parklücke könnten dann selbst die 30 Gigabyte für Musik zu knapp bemessen sein.
www.chrysler.de