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100 Jahre Bugatti: Exklusivität auf Rädern
Von: Myrta Köhler   Vor 332 Tagen 11 Stunden 57 Minuten
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Ettore Arco Isidoro Bugatti wurde 1881 in Mailand geboren. Sein Vater war Designer und Architekt, und auch sonst fanden sich in seiner Familie allerhand Künstler. Diese Tradition setzte Ettore auf der Ebene des Automobils fort – schon bald erarbeitete er sich den Ruf, konstruktionstechnische Meisterleistungen zu vollbringen. Im Jahr 1909 gründete er im elsässischen Molsheim, das damals zum Deutschen Kaiserreich gehörte, die Bugatti-Werke. Hier entstanden Legenden wie der T 35 (Fertigungszeitraum 1924-1931) – ein Rennwagen, der zu seiner Zeit unter allen Herstellern die meisten Siege verzeichnen konnte.

Ettores Sohn Jean war nicht minder begabt als sein Vater. Aus seiner Feder stammen die Entwürfe für Modelle wie den T 57 SC Atlantic und den monumentalen Bugatti T 41 Royale „Esders Roadster“. Abschluss von Jeans Schaffen war der Prototyp T 64 von 1939: Erst kürzlich fahrbereit gemacht, war der Wagen einer der Höhepunkte bei den diesjährigen Classic Days auf Schloss Dyck. 1939 verunglückte Jean Bugatti bei einer Testfahrt im Alter von nur 30 Jahren tödlich. Ettore sollte sich von diesem Schlag nie mehr völlig erholen, er starb 1947. Sein zweiter Sohn Roland versuchte einige Jahre lang, das Unternehmen weiter zu führen – vergeblich. 1963 wurde die Produktion schließlich eingestellt.

Bugattis Kreationen waren stets bewundert für ihre Erfolge im Rennsport, aber auch für ihre einzigartige Verschmelzung von technischer Expertise mit ästhetischem Design. Kein Wunder, dass sie bei Autoliebhabern begehrt waren. Wer das Geld hatte, kaufte einen Bugatti T 35, selbst wenn er keine Renn-Erlaubnis besaß. Doch die größten Stückzahlen – nämlich 685 – wurden vom T 57 produziert (Fertigungszeitraum 1934-1939).

Von den knapp 8000 Autos, die das insgesamt Werk verließen, existieren noch etwa 2000. Die weltweit größte Sammlung von Bugattis steht heute nicht weit vom Ort ihrer Produktion – in der Collection Schlumpf im elsässischen Mulhouse. Zwei der sechs überlebenden Royales befinden sich ebenfalls in den Hallen der ehemaligen Textilfabrik. Ursprünglich für Staatsoberhäupter entworfen, stellte dieses Luxusauto jedoch zu seiner Zeit ein finanzielles Fiasko dar. Die Weltwirtschaftskrise hatte die zahlungskräftige Kundschaft dezimiert, und den Reichen der Welt gefiel es nicht. Nur durch den Auftrag für ein Schienenfahrzeug konnte Ettore Bugatti den Bankrott abwenden: Bis 1956 rollte der Expresszug durch Frankreich, der mit vier Achtzylindermotoren des Royale betrieben wurde.

Mehrere Dutzend Bugattis erstanden die Brüder Schlumpf im Laufe ihres Lebens – in mehr oder weniger gutem Zustand. Im Fundus der Sammlung, heute ein nationales Museum, warten noch viele Bugatti-Skelette auf ihre Rekonstruktion. Einmal im Jahr, während der großen Oldtimer-Show, die meist am ersten Juli-Wochenende stattfindet, dürfen die Besucher der Sammlung auch den Fundus besichtigen.

Zwei Wiedergeburten waren Bugatti nach seinem Untergang 1963 beschieden: In den achtziger Jahren übernahm der Italiener Romano Artioli die Marke aus dem Elsass – doch der EB110 blieb mit rund 150 Exemplaren das einzige Modell, das produziert wurde. 1995 gab Artioli das Unternehmen auf.

1998 schließlich erstand der deutsche Automobilkonzern Volkswagen die Rechte an der Marke und produziert seit dem Jahr 2005 in Molsheim den Bugatti Veyron 16.4: das weltweit erste Serienfahrzeug, welches mehr als 1000 PS auf den Asphalt bringt. In den Fahrzeugpapieren wird eine Höchstgeschwindigkeit von 407 km/h angegeben – Geschwindigkeiten ab 375km/h allerdings müssen extra freigeschaltet werden. Von 100km/h kommt der Wagen dank seiner Keramikbremsen in 2,3 Sekunden zum Stehen, die Beschleunigung auf 100km/h erfolgt in 2,5 Sekunden. Die jahrelange Tüftelei der Techniker lohnte sich: Der Veyron ist das schnellste Serienfahrzeug aller Zeiten.

www.bugatti.com
www.collection-schlumpf.com






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